Blog-Pause

Ich mache eine kleine Blog-Pause. Anfang des nächsten Jahres melde ich mich mit neuen Beiträgen wieder. Bis dahin wünsche ich euch einen bunten Herbst, eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :-). Eure Stefanie

Barbara Bierach – Schweigegelübde

Quelle: pixabay.com

Heute möchte ich den Irland-Krimi „Schweigegelübde“ vorstellen, der sich um die Kommissarin Emma Vaughan dreht. Es ist der 2. Band von insgesamt zweien der Reihe.

Schweigegelübde hält einige interessante Informationen über Irland bereit und fängt sehr vielversprechend an. Ein Todesengel geht in einer Klinik um, die Ermittlungen starten, Emma verteilt Aufgaben an ihre Mitarbeiter, viele Fragen sind offen.

Man merkt aber auch direkt: Emma ist eine taffe Frau, die mit vielen privaten und beruflichen Problemen zu kämpfen hat. Ihrem Ex-Mann wird Mitgliedschaft in der IRA vorgeworfen, Emma glaubt, in einem vorherigen Fall einen Ermittlungsfehler gemacht zu haben, sie ist nach einem schweren Unfall medikamentenabhängig und sie wird nachts von einem IRA-Mann überfallen, der wohl mit ihrem Ex-Mann zusammengearbeitet hat. Viel zu bewältigen für Emma, aber sie packt es an und bleibt erstaunlich gelassen.

Bei knapp 70 Prozent Lesemenge auf dem Kindle und nach zahlreichen Gesprächen mit Verdächtigen hat Emma dann plötzlich eine Eingebung, wer der Todesengel sein könnte. Es ist genau die Person, von der ich direkt beim ersten Auftauchen dachte, sie sei der Täter. Der Fall ist gelöst, alle anderen Ermittlungslinien sind eigentlich lose Fäden, die nirgendwo hinführen.

Dann muss Emma noch das Problem mit dem Ermittlungsfehler lösen. Sie glaubt, dass sie eine Mörderin fälschlicherweise hat laufenlassen, ohne sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dummerweise sind nämlich weitere Morde passiert, die auf die besagte Person als Mörderin hinweisen. Dazu fährt Emma in ein Wellness-Hotel, einen Schauplatz des früheren Verbrechens, wo zwei Personen ins Visier ihrer Aufmerksamkeit geraten. Es stellt sich relativ schnell heraus, dass Emma doch keinen Fehler gemacht hat. Die verbleibenden Probleme klären sich dann auch.

Fazit: Ganz unterhaltsamer, gut zu lesender Krimi, der thematisch etwas überfrachtet und recht einfach aufgebaut ist. Die Kommissarin ist mir zwar sympathisch, insgesamt fällt sie aber etwas stereotyp aus.

Barbara Bierach – Schweigegelübde – Ullstein

Anuschka Rees – The curated closet

Quelle: pixabay.com

Hilfe zur Selbsthilfe

Zu Beginn dieser Rezension erläutere ich mein Verhältnis zu Mode und Styling. Warum? Weil es anschaulich macht, wer ein potentieller Adressat des Buches ist, das ich euch vorstellen möchte.

Ich habe kein großes Interesse an Mode. Es bereitet mir Stress, mich schick machen zu müssen. Ich will nicht mehr Zeit als unbedingt nötig mit dem Thema „Anziehen“ verbringen. Wo ist das Problem, wird der geneigte Leser fragen. Das Problem ist, dass ich trotzdem gerne einigermaßen typgerecht angezogen bin.

Ich dachte bisher kaum „in Outfits“, sondern hatte eher eine Meinung zu individuellen Teilen, die ich schön fand oder eben nicht. Und die ich dann entweder gekauft habe oder eben nicht. Leider stellte sich dann öfter als nötig heraus, dass ich diese Teile nicht wirklich gut in meine bestehende Garderobe integrieren konnte. Verstärkt wurde das Problem dadurch, dass ich nur eine diffuse Vorstellung davon hatte, was mein Stil ist und wie ich gekleidet sein möchte. Das Ergebnis: Fehlkäufe.

Zwar habe ich über die Zeit trotz allem eine gewisse Idee davon bekommen, was mir steht und worin ich mich wohl fühle. Insgesamt nervte es mich aber zunehmend, dass aus relativ viel Mühe (Geld, Zeit, Überlegung) relativ wenig Kleiderschrank-Zufriedenheit resultierte. Es war also an der Zeit, mich  ernsthaft mit dem Problem auseinanderzusetzen, um eine längerfristige, zufriedenstellende Lösung zu finden.

Von dem Buch erhoffte ich mir dabei Hilfe, und was soll ich sagen, meine Erwartungen wurden erfüllt. „The curated closet“ enthält verschiedene Aufgaben, die dazu dienen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen:

Welche Klamotten gefallen mir gut? Welche Klamotten passen meiner Meinung nach gut zu mir und warum? Was ist mein Stil? Welche Wirkung will ich mit meinem Outfit erzielen? Welche Anforderungen habe ich an meine Garderobe im Hinblick auf meinen persönlichen Lebensstil? Inwieweit passt meine bisherige Garderobe schon zu meinem Stil? Was an meinem Kleiderfundus muss noch ausgebessert werden, damit es zu meinem Stil passt?

Es war sehr aufschlussreich, diese Aufgaben durchzuführen. Mir ist klar geworden, dass es bei der Entwicklung einer passenden Garderobe wirklich auf die Details ankommt. Das Buch hat mir z.B. vor Augen geführt, dass ich lockere Passformen und fließende Stoffe bevorzuge. Das war mir nur halb bewusst. Wie oft habe ich mich gefragt, warum ich diese eine taillierte Bluse mit dem festen Baumwollstoff, die ich für teures Geld gekauft habe, nie angezogen habe… Ich habe in Bezug auf meinen ganz konkreten Fall aber z.B. auch gelernt, dass ich weniger Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten bevorzuge. Ein zu voller Kleiderschrank und zu viele Möglichkeiten überfordern mich.

Das Buch hat mir auch gefallen, weil es keine Vorgaben macht. Es sagt mir eben nicht, welche Kleidungsstücke „in jeden Kleiderschrank gehören“ und zu meinem Körperbau passen oder welche Farben meinem Hauttyp schmeicheln. Es geht darum, zu lernen, eigene Regeln aufzustellen. Diese Regeln helfen mir dann wirklich, Fehlkäufe zu vermeiden und stattdessen eine Garderobe zu entwickeln, mit der ich zufrieden bin.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass man bei einem derart kuratierten Kleiderschrank ganz automatisch bewusster, qualitativ hochwertiger und seltener, d.h. insgesamt nachhaltiger einkauft.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, weil es die Kindle-Version nur auf Englisch gibt. Angesichts der Tatsache, dass viele Fotos und Grafiken drin sind, hätte ich in diesem Fall aber besser auf die deutsche, gedruckte Version zurückgegriffen („Das Kleiderschrank-Projekt“).

Fazit:  „The curated closet“ bietet fundierte Hilfe zur Selbsthilfe bei der Frage, wie man langfristig Kleiderschrank-Probleme löst.

Anuschka Rees – The curated closet – Ten Speed Press