Al Gore – Truth to Power

Al Gore, Ex-Vize-Präsident und zweifacher Präsidentschaftskandidat der USA, beschäftigt sich schon seit langem mit dem Thema Klimawandel. Im Jahre 2006 veröffentlichte er  einen Film und ein dazugehöriges Buch mit dem Titel An Inconvenient Truth. Ausgehend davon rief er das sogenannte Climate Reality Project ins Leben.

Elf Jahre später gibt es nun erneut einen Film und auch Buch zum Thema. In dieser Folge-Publikation geht es zum einen darum, den Status-quo in Sachen Klimawandel darzustellen. Es wird aber auch gezeigt, welche Fortschritte gemacht wurden und es werden konkrete Hilfestellungen für die eigenen Klimaschutzaktivitäten gegeben.

Wenn man das Buch aufschlägt, merkt man direkt, dass es kein typisches Sachbuch ist. Es gibt viele Fotos und Diagramme  und relativ wenig Text, der noch dazu recht groß gedruckt ist. Eine Ausnahme bilden Porträts von Leuten, die als Mitarbeiter des Climate Reality Projects den Gedanken des Klimawandels weitertragen. Weitere Ausnahmen sind ausführliche Darstellungen ausgewählter Sachverhalte, wie die Luftverschmutzung in China. Das Buch erinnert stellenweise an eine sehr gut gemachte Power-Point-Präsentation zwischen zwei Buchdeckeln.

Doch die nette Aufmachung dient meiner Einschätzung nach nicht dazu, über mangelnde Inhalte hinwegzutäuschen. Zwar geht es inhaltlich nicht sehr in die Tiefe, aber ich hatte schon den Eindruck, dass die genannten Informationen Hand und Fuß haben bzw. aus verlässlichen Quellen stammen. Allerdings kann ich nicht verhehlen, dass ein wenig Selbstbeweihräucherung Al Gores dabei ist. Aber in erträglichem Maße.

Einen weiteren Aspekt finde ich wichtig. Er geht aus dem Untertitel des Buches hervor: Your action handbook to learn the science, find your voice, and help solve the climate crisis. Die zweite Hälfte des Buches enthält konkrete Anleitungen dafür, wie man Klimawandelaktivist wird.  Es wird z.B. erklärt, wie man Kindern das Problem des Klimawandels nahebringen kann, wie man selbst klimaschonender lebt, wie man Veranstaltungen zum Thema organisiert oder eine Präsentation vorbereitet. Es gibt sogar Briefvorlagen für Schreiben an Politiker. Letztlich ist das Buch auch deshalb lehrreich, weil Gore die Tipps zur erfolgreichen Verbreitung seines Anliegens auch selbst beherzigt und in dem Buch umsetzt.

Zwar glaube ich nicht, dass das Buch Klimawandel-Leugner vom Gegenteil überzeugen kann. Der oder die Unentschiedene kann aber durchaus Nutzen daraus ziehen. Gut fand ich auch, dass in einem Kapitel passende Antworten auf typische Einwände gegeben werden. (Bsp.: Es ist doch so kalt draußen, wie kann es da Klimawandel geben?) Das einzige, was ich vermisst habe, war ein Inhaltsverzeichnis.

Fazit: Wer sich auf angenehme Art über den Klimawandel informieren und dabei nicht zu sehr in die Tiefe gehen möchte, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Gleiches gilt für Leser, die selbst gerne gegen den Klimawandel aktiv werden möchten und dazu Hilfestellung suchen. Die Informationen im Buch sind zwar auf die USA gemünzt, lassen sich aber meines Erachtens auf Deutschland übertragen. Last, but not least: Gore geht an vielen Stellen darauf ein, wie weit wir Menschen beim Thema Klimaschutz schon gekommen sind. Es ist also auch ein Buch, das Hoffnung macht und zeigt, welche positiven Entwicklungen es gibt und wie diese fortgesetzt werden können.

Al Gore – Truth to Power: An Inconventien Sequel – Macmillan USA