Olivier Bourdeaut – Warten auf Bojangles

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Was heißt schon normal…

In Warten auf Bojangles geht es um eine kleine Familie mit einer ganz besonderen Mutter, die vor Ideen sprüht, eine kindliche Begeisterung entwickeln kann, auf liebenswürdige Weise verrückt, aber alleine lebensuntauglich ist.

Ihr Ehemann wird vom ersten Augenblick an magisch von ihr angezogen. Er liebt sie bedingungslos und will ihr Leben zu dem Fest machen, das sie sich wünscht. Er spürt aber auch, dass etwas in ihr ist, das irgendwann außer Kontrolle geraten kann. Dennoch lässt er sich auf ein Leben mit ihr ein. Und er bereut es nicht.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Ehemanns, aber vor allem der des Sohnes erzählt. Der wächst unter sehr ungewöhnlichen Umständen und vorwiegend unter Erwachsenen auf, an deren zahlreichen Partys er teilnimmt. Für ihn ist das nicht immer einfach, aber er hat auch sehr viel Spaß und scheint nicht unglücklich zu sein. Später, als es der Mutter schlechter geht, leidet er allerdings genauso wie sein Vater mit der Mutter mit.

Es gäbe meines Erachtens einiges an der Plausibilität der Geschichte zu kritisieren, aber sie hat mich so gefangen genommen, dass ich mich damit nicht befassen will. Die Entwicklung der Mutter ist nicht aufzuhalten, die innere Logik der Geschichte zwingend. Die Akteure, so wie sie dargestellt werden, können nicht anderes handeln.

Zwar ist ihr Verhalten meiner Ansicht nach an vielen Stellen zu kritisieren, aber im Rahmen der Geschichte nachvollziehbar. Und da die Figuren, trotz aller Tragik, auch viel Glück und Wärme ausstrahlen, und da sie zu ihrer Definition vom richtigen Leben stehen, ist Warten auf Bojangles ein sehr beeindruckender Roman.

Fazit: Eine berührende Geschichte darüber, wie man ohne Kompromisse lebt und liebt.

Olivier Bourdeaut – Warten auf Bojangles – aus dem Französischen von Norma Cassau – Piper

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