Pierre Martin – Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild

Die „Madame le Commissaire“- Krimireihe von Pierre Martin (Pseudonym) spielt in der Provence und umfasst bislang vier Bände: Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer, …und die späte Rache, …und der Tod des Polizeichefs sowie Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild. Pierre Martin ist, soviel erfährt man, „ein Autor, der sich mit Romanen, die in Frankreich und Italien spielen, einen Namen gemacht hat“.

Die Titelfigur Isabell Bonnet war einst Leiterin einer geheimen Spezialeinheit der Police nationale in Paris. Seit einem Attentat, bei dem sie fast gestorben wäre, lebt sie wieder in ihrem Geburtsort Fragolin, einem (fiktiven) Dorf im Department Var. Dort leitet sie ein Kommissariat für besondere Aufgaben, d.h. sie kümmert sich um die Aufklärung alter, ungelöster Fälle. Ihr einziger Mitarbeiter ist der kauzige Sous-Brigadier Jacobert Apollinaire Eustache.

Aus ihrer Zeit in Paris hat sie noch gute Kontakte zu ihrem väterlichen Freund und obersten Dienstherren Maurice Balancourt, der sie mit Fällen versorgt und bei Bedarf  mit weitreichen Befugnissen ausstattet. Privat steht Isabell zwischen zwei Männern, Thierry  Blès, dem Bürgermeister von Fragolin, und Rouven Mardrigal, einem Kunst sammelnden Privatier, der in Band 1 von Isabell im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms beschützt wird.

Man könnte Isabell Bonnet auch „Wonderwoman“ nennen. Sie kann alles, einen Helikopter fliegen, einen Gangster mit ein paar Handgriffen unschädlich machen, über Dächer klettern, sich mühelos in der High Society bewegen etc. Sie hängt ihren Misserfolgen nicht lange nach und steckt auch ihre posttraumatische Belastungsstörung ohne zu jammern weg.

In den Romanen werden immer zwei Fälle gleichzeitig untersucht, die aber nicht zwingend etwas miteinander zu tun haben. In Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild geht es einerseits um einen toten Staatssekretär, andererseits um ein gefälschtes Kunstwerk:

Isabell und Apollinaire wollen ihr ungewöhnliches Kommissariat gerade für eine längere Sommerpause schließen, da meldet sich Balancourt. Er bittet Isabell, die Umstände des Todes von Staatssekretär Roux aufzuklären, der Mitglied eines Untersuchungsausschusses zu illegalen Waffengeschäften war. Isabell ermittelt undercover in dem Hotel, in dem sich Roux zuletzt aufgehalten hat und kann Balancourt schon bald den Namen eines Bösewichts nennen, der dem Politiker aller Wahrscheinlichkeit nach den tödlichen Medikamenten-Cocktail verabreicht hat.

Derweil wird in Fragolin ein kleines Matisse-Museum eröffnet, für das sich Thierry  Blès stark gemacht hat und in dem kleinere, unbekannte Arbeiten des Künstlers ausgestellt werden. Thierry kommt zu Ohren, dass ein neues Bild von Matisse aufgetaucht ist, das gut in die Sammlung passen würde. Er bittet Rouven Mardrinac, es zu kaufen und dem Museum als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Als Isabell mit Rouven das Bild begutachtet, stellt sich heraus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Eine genauere Untersuchung des Bildes bringt einen mysteriösen Hilferuf zutage.

Alles in allem finde ich, Klischees werden in der Reihe ein bisschen überstrapaziert. Es wird zudem auffällig viel gelächelt, geschmunzelt, gelacht. Einige Wiederholungen führten bei mir schließlich zu leichtem Überdruss: Balancourt ist immer Isabells Trumpfkarte, die Telefonate mit ihm laufen immer ähnlich ab, ebenso wie die Treffen Isabells mit ihrer Freundin Clodine [sic]. Apollinaire ist im Allgemein verschroben, zeigt aber im entscheidenden Moment überraschende Fähigkeiten etc.

Ungeachtet dessen machen die Bücher Lust, in die Provence zu reisen, die Sonne auf der Haut zu spüren, den Lavendel zu riechen, marinierte Lammkottelets zu essen und dabei ein Glas frischen Roséwein zu schlürfen. Madame le Commissaire hat mich auf unbeschwerte Weise unterhalten. Das Personal ist übersichtlich und der Handlung ist leicht zu folgen.

Fazit: Leichte, aber nicht zu seichte Unterhaltung mit Gute-Laune-Effekt und kleinen Macken.

Pierre Martin – Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild – Knaur

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